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Das Wohlbehagen, die Sicherheit und das Vertrauen des Reiters hängen gewöhnlich von dem ersten Unterricht ab, welchen er erhalten hat; wie schon erwähnt, erlangt man nur unter der Bedingung einen guten Sitz, dass man lange Zeit ohne Bügel getrabt hat.

Anfänger dürfen nur Pferde mit weichen Gängen und sanftem Charakter reiten. Man kann nicht vorsichtig genug sein, um dem Neuling Vertrauen einzuflössen. Das Vertrauen, welches er während des ersten Unterrichts gewinnt, gibt ihm allein die Ungezwungenheit, welche ihm später die völlige Loslassung erlaubt. So lange der Reiter Steifheit in seine Bewegungen legt, wird man wohl sagen, dass er zu Pferde sitzt, aber nicht, dass er reitet.[1]

man kann dem Engländer im allgemeinen denselben Vorwurf machen. Die Völker germanischen Ursprungs haben den Ruf, die besten Reiter zu sein und man muss in der Tat zugeben, dass sie es sind. Aber dieses Talent verdanken sie einzig und allein ihrer Ausdauer und ihrer Beharrlichkeit bei der Arbeit. Die lateinischen Völker von mittlerem Wuchs sind durch ihre Geschmeidigkeit, durch ihre Beweglichkeit mehr dazu geeignet, sich mit dem Pferde in Einklang zu bringen und, wenn sie eines anhaltenden Fleisses fähig wären, würden sie unzweifelhaft die besten Reiter der Welt sein. Aber sie begnügen sich zu leicht mit mässigen Resultaten. Selbstverständlich ist diese Bemerkung nur im allgemeinen richtig; denn es gibt ausgezeichnete und schlechte Reiter in allen Ländern.


  1. Steifheit der Arme, Schenkel und des Körpers verhindert jedes feine Gefühl. Wie könnten auch die zusammengezogenen oder nur steif gemachten Gliedmassen ein Gefühl dafür haben, was im Pferde vorgeht, während sie vollauf damit beschäftigt sind, bloss den Körper im Sattel zu erhalten? Erst wenn sie schmiegsam geworden sind und wenn sich der Oberkörper durch sein Gleichgewicht allein im Sitz erhält, erst dann werden die Gliedmassen diejenige Freiheit der Empfindung haben, welche ihnen früher noch abging. Die Schmiegsamkeit der Gliedmassen und ein guter Sitz sind doch die ersten Bedingungen für das feine Reiter-Gefühl. ↩︎

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