Распознанный текст (OCR Internet Archive), не вычитан. Лицензии

Wahr ist hieran nur, dass die unzureichend ernährten und schlecht durchgebildeten Pferde durch die in Rede stehende Dressur vorzeitig verbraucht werden. Die sachgemässe Dressur dagegen, selbst noch schneller ausgeführt, würde sie nicht nur nicht stumpf machen, sondern besser entwickeln und ihnen die beste Gewähr für ihre Dauerhaftigkeit sichern. Dies habe ich weiter oben durch unumstössliche Tatsachen bewiesen.

Was nun die Mannschaften anbelangt, so behaupte ich, dass sie sich viel leichter an die von mir angeführte Art der Dressur gewöhnen würden, als an die angreifenden Übungen, welche man von ihnen verlangt und die ihnen oft alle Lust benehmen, weil sie den Grund dafür nicht einsehen. Anstatt ihr Interesse für das Reiten zu wecken, ihnen Liebe für das Pferd, eine Haupttugend des Reiters, einzuflössen, gelangt man häufig nur dazu, dass der Mann durch das Pferd und das Pferd durch den Mann zu leiden hat.

Es ist bald gesagt, dass die Dressur in der Weise, wie ich sie verlange, zu fein ist; warum finden sie denn die Deutschen nicht zu fein? Warum wird bei ihnen die Ausbildung des Truppenpferdes viel eingehender betrieben, als es in Frankreich der Fall ist? Warum beginnen sie damit, das richtige Gleichgewicht zu erstreben? Warum betreiben sie rationelle Dressur, anstatt ihre Pferde bloss abzuhetzen? Warum halten ihre Pferde länger aus? Mit anderen Worten: Warum dressieren sie vernünftig, anstatt ihre Pferde zu schinden? Einfach deshalb, weil sie aus Anschauungen, welche ihnen aus Frankreich überkommen sind, Nutzen gezogen haben, während man im klassischen Lande der wahren Reitkunst am alten Schlendrian festhält.

Читать сплошным текстом