Распознанный текст (OCR Internet Archive), не вычитан. Лицензии
genommen und längere Zeit beibehalten, im schlechten Gleichgewicht zu stehen und sich zu bewegen, so spricht sich das in seiner Figur aus; sie verändert sich, wird fehlerhaft und eine Abhilfe wird beinahe zur Unmöglichkeit. Wenn sich z. B., wie es am häufigsten vorkommt, das Pferd auf den Schultern trägt, so bleibt die Hinterhand aus Mangel an Arbeit und Entwicklung schlaff und schleppend, während die Vorhand, welcher die Haupttätigkeit zufällt, überlastet wird. Die übermässig belastete und schwere Vorhand kann nur mit Mühe die Wendungen ausführen; der geringste Fehltritt, der kleinste Schwächezustand kann ein Stürzen zur Folge haben. Alle Glieder, welche übermässig angestrengt werden, leiden darunter und nutzen sich sehr schnell ab. Dieses ist der einzige Grund für die vorzeitigen Ausrangierungen, welche jedes Jahr den Sollbestand der Kavallerie-Schwadronen bedeutend vermindern und so viele Pferde in einem Alter dem Dienst entziehen, in welchem sie sich in voller Gebrauchsfähigkeit befinden sollten.
Das Pferd in das richtige Gleichgewicht zu stellen, ist der wichtigste Teil der Dressur. Niemand wird dem widersprechen, dass dies bei einem dreieinhalbjährigen Pferd leichter zu erzielen ist, als bei einem fünfjährigen. Schon allein von diesem Gesichtspunkte aus, welcher so hochwichtig ist, muss man das grösste Interesse daran haben, das Pferd mit dreieinhalb Jahren in Arbeit zu nehmen.
Es kommt einzig und allein darauf an, zu wissen, ob ein Pferd mit dreieinhalb Jahr schon genügend entwickelt und hinreichend kräftig ist, um dressiert und benutzt werden zu können — oder ob es das