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zwungen, seine Zuflucht zu Strafen zu nehmen, als dass man nicht gern jede Gelegenheit ergreifen sollte, das Pferd zu beloben, sobald das kleinste Anzeichen von Gehorsam sich uns darbietet; je mehr man sein Pferd anerkennend hätschelt, desto seltener ist man gezwungen, auf Strafen zurückzugreifen.[1]

Kurzum, man gibt, wie gesagt, dem Pferde dadurch, dass es während einiger Augenblicke unbehelligt umhergehen kann, die Zeit, die Bewegungen, welche es soeben ausgeführt hat, und die Hilfen, welche es dazu veranlasst haben, wirklich zu begreifen. Anscheinend gibt das Pferd nur körperlich nach, in Wirklichkeit aber ist es sein Scharfsinn, oder um mich deutlicher auszudrücken, sein Gedächtnis, an welches wir uns wenden. Das Gedächtnis ist es also, welches man anregen muss, und deshalb lasse ich dem Pferde die nötige Zeit, damit sich das Vorgefallene seinem Gedächtnis besser einprägen kann.

Hat das Pferd eine Weile seinen Weg in der Bahn unbehindert zurückgelegt, so beginne ich, ohne dabei die Seite zu wechseln, dieselbe Übung wohl 20- bis 30mal von neuem, bis es gehorcht, sobald ich meinen Hacken ihm nur nähere. Dann unterwerfe ich das Pferd der gleichen Arbeit mit dem rechten Schenkel.

Wenn das Pferd beiden Schenkeln abwechselnd und unterschiedslos weicht, lege ich stumpfe Sporen an, um es an ein etwas ernsteres Ding, als die Hacken


  1. Es ist die grösste Kunst, zu rechter Zeit zu loben und zu strafen, deshalb muss man den Augenblick des Nachgebens oder Widerstandes unmittelbar erfassen. Hier erscheint es angebracht, den fundamentalen Grundsatz der Dressur in Erinnerung zu bringen: Die Liebkosung soll der Nachgiebigkeit ebenso unmittelbar folgen, als die Strafe dem Fehler. ↩︎

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