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I. Die Arbeit an der Longe.
Ich verfahre mit allen Pferden ohne Unterschied auf die gleiche Weise.[1] Das zu dressierende Pferd wird gesattelt und gezäumt in die Reitbahn gebracht.
Ich ziehe die Kandaren- und Trensenzügel durch den Kehlriemen, damit sie nicht herunterhängen und das Pferd nicht Gefahr läuft, mit den Beinen sich darin zu verwickeln. Dann schnalle ich eine Longe in den linken Ring der Unterlegtrense und lasse das Pferd ganz nach seinem Belieben links herumgehen.
Entfernt es sich von mir, so lasse ich das geschehen, da es mein Bestreben ist, es längs der Wand
Während der ganzen Unterrichtsstunde muss man die Vorderbeine, von der Köte bis unter das Knie, mit Flanellbinden bewickeln. So stärkt man die Sehnen, indem man ihnen Halt gibt, und vermeidet Überbeine und Knochenauftreibungen, häufige Folgen von Schlägen, welche das noch ungeschickte Pferd sich selbst beibringen kann.
Unmittelbar nach dem Unterricht entfernt man die Flanellbinden von den Vorderbeinen und legt sie um die Hinterbeine. Man muss sie überhaupt nie länger als 2—3 Stunden liegen lassen. Diese Zeit genügt, um das Anschwellen der Beine und das Austreten der sogenannten „Waden“ zu verhüten. Wenn man die Beine fortwährend gewickelt liesse, würden die Zellengewebe sich erweichen und die Sehnen unter dem Einfluss der Hitze sich dehnen. ↩︎