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XV. Der Sitz der Reiterin.
Die Reiterin soll, abgesehen von den Beinen, genau so zu Pferde sitzen, wie der Reiter.[1]
Die Schultern und die ganze Haltung des Oberkörpers sollen parallel zu den Pferdeohren sein. Das ist aber nicht möglich, wenn nicht auch die Hüften eine entsprechende Stellung einnehmen. Also die Stellung der Hüften ist es, von welcher die ganze Haltung der Reiterin abhängt. Indem beide Beine sich auf der linken Seite befinden,[2] umfasst das rechte
Seit einiger Zeit ist die Rede von Damen, welche im Spreizsitz reiten. Abgesehen davon, dass die Reiterin auf diese Art jede weibliche Anmut verliert, gibt es auch kaum etwas, was unpraktischer wäre. Was fehlt den Reitern im allgemeinen? Der sichere Sitz. Der Sitz wird den Damen noch mehr fehlen, welche doch einen runderen und viel energieloseren Schenkel haben, als der Mann. Es erscheint mir recht überflüssig, sich des längeren darüber auszulassen. Pferde, die gewöhnlich keine Höflinge sind, werden denjenigen Damen, welche dieser neuen Art der Reiterei huldigen, so oft Unfälle bereiten, dass sie nicht säumen werden, darauf zu verzichten. ↩︎
Ein anderer Einfall: Man hat vorgeschlagen, die Reiterin auf der rechten Seite sitzen zu lassen. Englische und besonders amerikanische Zeitschriften haben vielfach das Unzuträgliche erörtert, was für junge Mädchen aus dem ständigen Sitz auf ein und derselben Seite entstehen könnte. Man hat behauptet, es könne das Rückgrat dadurch aus seiner Lage kommen. Da ich nur aus der Praxis urteile, kann ich nicht sagen, was daraus für Kinder entstünde, welche man im Alter von fünf oder sechs Jahren zu Pferde setzen würde. Ich habe aber oft Reitunterricht mit jungen Mädchen von zwölf oder dreizehn Jahren angefangen und versichere hoch und teuer, dass für diese eine Verkrümmung des Rückgrats niemals zu befürchten ist.
Ich weiss wohl, dass in England und Amerika die erste ↩︎