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sehr vorsichtig sein und den Druck auf die Laden nur ganz langsam verstärken und zwar nur bis zu dem Punkt, wo derselbe dem Pferde fühlbar wird. Dieser Punkt ist bei jedem Tier verschieden. Wenn das Pferd dem leichten Druck eines mit einer Kinnkette nicht versehenen Gebisses nachgibt, wozu soll man sich dann einer solchen bedienen?

Wozu ein stärkeres Mittel suchen? Es ist noch immer an der Zeit, später darauf zurückzugreifen.

Ich habe Pferde vollständig durchgeritten, ohne ihnen jemals, weder in der Reitbahn noch draussen, eine Kinnkette angelegt zu haben. Dieselbe muss allerdings, an einem Scherbaumhaken eingehakt, mitgenommen werden, damit man sie im Notfalle unverzüglich gebrauchen kann. Aber ich erkläre es für eine allgemeine Regel, dass man nur dazu greifen soll, wenn sich die Notwendigkeit bemerkbar macht.

Ist man aber gezwungen, die Kinnkette zu gebrauchen, so bemerke ich, dass man sich derselben nur mit der grössten Vorsicht bedienen darf, d. h. ihr nur die unumgänglich nötige Spannung geben soll. Das Maximum der Einwirkungen des Gebisses, welches man durch das Anziehen der Kinnkette zu erlangen wünscht, darf nur gerade so viel betragen, dass der Unterkiefer mit den Anzügen (Scherbäumen) einen halben rechten Winkel bildet.

Ebenso wie die Spannung der Kinnkette dem Empfindlichkeitsgrade der Laden angepasst sein muss, muss auch der höchste Grad des Druckes, welchen der Zügelanzug auf den Kiefer ausübt, dem Widerstände entsprechen, welchem er begegnet. Wenn dieser Widerstand gering ist, bedarf es auch nur einer leichten Anstrengung, um ihn zu beseitigen; es wird dies um

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