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in der anderen Diagonale völlig in der Luft schwebt; die Bewegung soll so hoch und so langsam als möglich sein. Dieser Schulgang ist anmutig und prächtig; man nennt ihn „natürliche Passage“.[1]

Man muss übrigens wissen, dass es kein Pferd gibt, welches aus sich selbst passagiert. Die Passage wird nur durch Dressur erlernt. Gewisse Pferde haben grosse Anlage dazu, besonders diejenigen, welche bedächtigen Gang und hohe Knieaktion haben, d. h. die bei hohen Tritten die Vorderknie tüchtig biegen und bei sehr geschmeidigen Sprunggelenken auch mit den Hinterbeinen hoch treten.

Ein Pferd, welches mit steifen Beinen geht, ohne die Knie oder die Sprunggelenke zu biegen, ist zu dieser Gangart untauglich. Ich gehe nicht so weit, zu behaupten, dass man sie überhaupt von ihm nicht erreichen könnte; aber angenommen, man erreichte sie, so wäre dies fürs Auge dennoch wenig angenehm, denn das untere Ende der Beine würde fast auf der Erde nachschleppen und gäbe dem Pferde ein seifes Aussehen.


  1. Siehe die Abbildungen Tafel XXVII, Figur 2: „Germinal“ passagierend, rechte Diagonale in der Luft. Tafel XXVII, Figur 1: „Markir“ passagierend, linke Diagonale in der Luft. Auf beiden Figuren wird man die Höhe des Erhebens der Beine bemerken, die Vorderbeine treten höher als die Hinterbeine. Dieses Resultat ist nur durch die Arbeit mit den Schenkeln zu erreichen. Bei Pferden, welche hierzu an der Hand dressiert sind, findet das Gegenteil statt: die dem Pferde auf die Kruppe versetzte Peitsche bringt unvermeidlich ein Heben der Hinterhand hervor.

    In der Figur 1 bereitet die fast den Erdboden berührende Fessel den energischen Abstoss vor, welcher dem Tritt die Höhe gibt, während in Figur 2 die Vorwärtsbewegung sich mehr ausspricht. ↩︎

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