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verkürzt, so vermeidet man, die Kinnladen schmerzhaft, das Pferd stumpf zu machen und seinen Widerstand hervorzurufen; und was noch mehr sagt: man gewinnt Zeit. In der Tat hat man den Grad der Empfindlichkeit des Pferdemaules nicht gefunden, wenn man im Anfang der Arbeit die Kinnladen schmerzhaft gemacht oder selbst nur entzündet hat durch einen der Empfindlichkeit nicht angepassten Druck. Gerade das Gegenteil ist der Fall; hat man diesen Druck übertrieben, so wird man ganz falsch urteilen und sich von vornherein auf falschem Wege befinden. Die Quetschung oder auch selbst nur die einfache Entzündung der Laden verschwinden nicht sogleich nach beendeter Arbeit und Entfernung des Gebisses; sie halten auch noch am nächsten Tage oder noch länger an. Das Pferd wird mithin zur nächsten Lektion mit verschwollenen, schmerzhaften und folglich verdorbenen Kinnladen erscheinen. Der Reiter wird mit denjenigen Wirkungen rechnen, welche er auf das Pferdemaul ausübt, ohne zu wissen, dass dasselbe krank ist; er wird das Übel vergrössern; er wird sich immer mehr und mehr in der richtigen Schätzung des Maules und dessen gesundem und natürlichem Zustande irren; kurz, er wird, ohne sich dessen bewusst zu sein, das gerade Gegenteil von dem tun, was notwendig ist.
Deshalb bedarf es zu Anfang der Dressur einer sehr langen Kinnkette; sonst ist es tatsächlich sogar besser, gar keine zu haben.
Die Kenntnis des Maules eines uns bis dahin unbekannten Pferdes ist eine ebenso wichtige, als schwierige Sache. Um das herauszufühlen, ohne das Maul zu verderben, muss man allmählich vorgehen, anfangs