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Die Dressur des Hunters beginnt später als die des Vollblutpferdes. Wenn er ungefähr drei und ein halbes Jahr alt ist, nimmt man ihn in Arbeit und braucht ein bis anderthalb Jahre zu seiner Ausbildung.[1] Um ihn zu beurteilen und seine Fähigkeiten nach Gebühr zu schätzen, legt man besonderes Gewicht auf die Art und Weise, wie er springt, auf seinen Gang und auf die besondere Art, wie er das Hindernis überwindet. Handelt es sich um eine Hecke, so muss er sie in aller Ruhe nehmen, mit Rücksicht auf die geringe Anstrengung, welche ein solcher Sprung erfordert.

Bei einem hohen und festen Hindernis muss er sich sozusagen in sich zusammenschieben, alle Muskeln anspannen, indem er seine Kräfte für eine gewaltige Leistung konzentriert und nichtsdestoweniger in gerader Haltung, ohne Überstürzung und ohne Stürmen an das Hindernis herangeht. Soll er endlich einen ziemlich breiten Wasserlauf nehmen, so muss die Art seines Laufens wieder eine ganz andere sein. Kopf und Hals, welche durch die Hand nicht gehindert werden dürfen, strecken sich; auch das Pferd streckt sich, sucht sich eine leichte, aber doch dreiste Anlehnung an die Hand und geht dahin in vollem Lauf, keck, fast freudig, als ob ihm das Springen besonderes Vergnügen machte.


  1. Seine ausschliessliche Bestimmung ist, als Springpferd zu dienen. Man zahlt für ihn nur dann einen sehr hohen Preis, wenn er sehr gängig, ausserordentlich sicher und ein hervorragender Springer ist. Seine Erziehung ist das Resultat einer langwierigen Arbeit, welche sich durch den hohen Preis, den er einst erzielen wird, bezahlt macht. Die gewöhnlichen Springer sind schon im Alter von drei und einem halben bis vier Jahren fertig. ↩︎

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