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XXIV. Pferde, welche durchgehen.

Ich habe stets das Glück gehabt, sowohl bei meinen Schülern als auch bei mir selbst, von Unglücksfällen, welche durchgehende Pferde herbeiführen, verschont zu bleiben. Wollte man mir einwenden, dass dies nichts weiter als blosser Zufall sei, so würde ich darauf entgegnen, dass dieses doch nicht so ganz stimmt.

Es ist ja richtig, dass ein Pferd, nichts mehr hört und fühlt, wenn es schon im Durchgehen begriffen ist; und ich bin keineswegs der Ansicht, dass der eine Reiter es eher wieder wird halten können, als der andere; ich behaupte aber, dass der Reiter viel dazu tun kann, um sein Pferd am Durchgehen zu verhindern.

Der wahre Reitertakt besteht eben darin, vorauszusehen, dass das Pferd in einem gewissen Moment und aus den verschiedenartigsten Ursachen den Kopf verlieren kann; aus diesem Grunde wird der aufmerksame Reiter sein Pferd niemals zu erregt werden lassen. Sowie er bemerkt, dass sein Tier zu heftig wird und sich steif macht, wird er die Gangart verkürzen, das Pferd in die Hand stellen und es durch Streicheln und gute Worte zu beruhigen suchen. Sehr häufig geht ein Pferd deshalb durch, weil man durch allzustarkes Festhalten die Kinnladen ganz abgestumpft hat, so dass dieselben schliesslich empfindungslos werden. Reisst man ihm in einem solchen Falle ins Maul, so erreicht man dasselbe, als wenn man an einer Mauer reissen wollte; auch kann das Pferd mit dem Reiter rücksichtslos davonrennen.

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