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dung sie sich auch zeigen mögen, das ist die höchste Kunstfertigkeit, das ist der Vollbesitz des Idealen!
Dann sind in der Tat zwei Lebewesen in völliger Übereinstimmung, der Reiter ist förmlich in seinem Pferde ganz aufgegangen; die Wahrnehmung der Eindrücke, welche das Pferd empfindet, gelangt so unmittelbar und so überraschend schnell bis zum Gehirn des Reiters, jede Tätigkeit desselben entspricht so sicher und genau der übereinstimmenden Tätigkeit des Pferdes, dass dieses darauf rechnet, entgegenkommt und sich augenblicklich damit in Übereinstimmung setzt. Von da ab hat das Pferd in Wirklichkeit nur Reflexbewegungen[1]; es gibt nur noch ein Gehirn, das des Reiters. Ich hatte also wohl recht, zu behaupten, dass dieses das erträumte Ideal wäre.
Wie man aber zu diesem feinen Gefühl gelangt, zu dieser Feinfühligkeit des Empfindens, zu dieser schnellen Erkenntnis aller jener vom Pferde gerade ausgeführten Bewegungen mit all ihren feinen Unterschieden, welche die nachfolgende Wirkung vorbereiten sollen — alles das kann man aus einem Buche nicht lernen. Dazu gehört praktische Erfahrung, Arbeit und vor allem natürliche Anlage, und ausserdem, dass der Reiter Passion für das Pferd hat.
Im Gesäss und in den Schenkeln muss der Reiter mit einer unfehlbaren Sicherheit alles das fühlen, was unter ihm vorgeht; ob die Sprunggelenke mehr oder weniger schnell unter den Schwerpunkt geschoben werden, oder ob sie zurückbleiben, welches Bein sich hebt und wie hoch, ob die Kruppe sich anschickt auszuweichen und dergleichen mehr. Vermittelst Hand
Das ist die Nerventätigkeit ohne Gehirntätigkeit. ↩︎