Распознанный текст (OCR Internet Archive), не вычитан. Лицензии

Reite ich selbst doch schon fünfzig Jahre und bin doch erst seit zehn Jahren imstande, eine vollkommene Versammlung beim Pferde zu erreichen und zu erhalten. Es ist wahr, dass ich lange Zeit hindurch nach den teilweise unrichtigen Lehren Bauchers gearbeitet habe. Aber Tatsache bleibt es doch, dass ich während langer Jahre stets gefühlt habe, wie mir die wirkliche Versammlung durch die Verschiebung des Schwerpunkts, sei es nach vorn oder nach hinten, entging. Es bedurfte einzig und allein noch der Verfeinerung meines Reitertaktes und infolgedessen meiner Hilfen, um zu der vollkommensten Versammlung zu gelangen und um diese auch im höchsten Schwunge festzuhalten.

Aber damit ist’s noch nicht genug. Es gibt nicht nur Bewegungen auf gerader Linie, sondern auch noch seitliche und wendende Bewegungen. Bei solchen tritt dann immer ein Schenkel mehr als der andere in Wirkung, und unter diesen Umständen ist der Schwung, der zum Gebiss gelangt, nicht mehr gleichmässig auf beide Hände verteilt: z. B. kann dadurch der rechte

seitlich ausweichen, anstatt auf gerader Linie nachzugeben, das Resultat davon wird immer sein, dass dem Schwunge entgegengearbeitet wird, und ohne vollen Abschwung gibt es eben keine Versammlung.

Der Reitertakt zeigt sich zuerst, wenn man fühlen gelernt hat, ob das Pferd sich gerade hält. Sobald sich die geringste Abweichung von der Geraden bemerklich macht, werfen die Schenkel sich die Hinterhand gegenseitig zu, während die Zügelhilfen, welche doch mit den Schenkelhilfen übereinstimmen müssen, die Vorhand wieder geradestellen. Dies ist der Augenblick, wo der Reiter sein Pferd zu fühlen und die Bedeutung des Reitertaktes zu verstehen beginnt, und zwar dadurch, dass er mehr oder weniger fein wahrnimmt, wie die Stellungen der Vorhand und der Hinterhand zueinander wechseln, bis das Pferd wirklich gerade gerichtet ist.

Читать сплошным текстом