Распознанный текст (OCR Internet Archive), не вычитан. Лицензии
VI. Methode, dem Pferde die Nachgiebigkeit auf Schenkel und Sporn vermittelst der Peitsche zu lehren.
Ich fange meinen Unterricht beständig damit an, das bei den früheren Übungen Erlernte zu wiederholen, stelle aber alle Tage eine kleine neue Anforderung.
Sobald das Pferd im wahren Sinne des Wortes frei ausschreitet und das Maul, wenn auch nur ein wenig, spielen lässt, kann und muss ich ihm zuerst den Gehorsam auf den Schenkel, dann den auf die Sporenhilfe beibringen. Diese Arbeit geschieht zu Fuss und vermittelst der Reitpeitsche.
Mit dem Gesicht dem Pferde zugekehrt, ergreife ich mit der linken Hand die Trensenzügel [1] ganz dicht am Maul, um dem Pferde den Kopf hoch zu halten. Mit der Peitsche, welche ich in der rechten Hand halte, berühre ich dann ganz leise in der Nähe der Gurten und in der Gegend der linken Flanke das Pferd da, wo der Sporn wirken würde, und nehme zugleich den Pferdekopf nach links.[2] Alsbald muss auch das
Die Trensenzügelschnalle muss hierbei und während der ganzen Arbeit zu Fuss in der linken Hand bleiben. ↩︎
Das nennt man die „einseitlichen Hilfen", weil beide, eine auf die Vor-, die andere auf die Hinterhand, an ein und derselben Seite zur Ausführung kommen. Die auf den diagonalen Hilfen basierende Reiterei, welche die wahre Reitkunst darstellt, ist aber diejenige, welche ihre Wirkungen auf der sich gegenüberliegenden Vor- und Hinterhand fordert. Dies ist die einzige Art und Weise, um das Zusammenwirken der Bewegungen zu erzielen. ↩︎